Was Unternehmen und Organisationen aus dem Vorfall um Christian Eriksen lernen können
Als Christian Eriksen während eines Länderspiels für Dänemark plötzlich zusammenbrach, hielt die Fußballwelt erneut den Atem an. Vielen war sofort die Europameisterschaft 2021 in Erinnerung, als der dänische Mittelfeldspieler auf dem Spielfeld einen Herzstillstand erlitt.
Dieses Mal verlief die Situation jedoch anders: Sein implantierter Kardioverter-Defibrillator (ICD) erkannte die gefährliche Herzrhythmusstörung und griff rechtzeitig ein.
Glücklicherweise konnte Eriksen das Spielfeld kurze Zeit später aus eigener Kraft verlassen und bestätigte anschließend, dass es ihm gut gehe. Dennoch führt der Vorfall erneut vor Augen, wie wichtig die Frage ist: Wie gut sind wir auf einen plötzlichen Herzstillstand vorbereitet?
Medizinische Notfälle können jederzeit passieren
Die Geschichte von Christian Eriksen zeigt, dass ein medizinischer Notfall jeden treffen kann – auf dem Sportplatz, im Büro, im Einzelhandel oder bei Veranstaltungen.
Niemand rechnet damit, dass eine Person plötzlich zusammenbricht. Genau deshalb ist Vorbereitung so entscheidend. Kommt es zu einem Herzstillstand oder einer schweren Herzrhythmusstörung, zählt jede Sekunde.
Während bei Profisportveranstaltungen medizinisches Fachpersonal unmittelbar vor Ort ist, sind es im Alltag meist Kolleginnen und Kollegen, Vereinsmitglieder, Besucher oder Passanten, die als Erste Hilfe leisten müssen.
Schnelles Handeln rettet Leben
Bei einem Herzstillstand hört das Herz auf, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Ohne sofortige Hilfe sinken die Überlebenschancen von Minute zu Minute.
Die Wahrscheinlichkeit, einen Herzstillstand zu überleben, steigt deutlich, wenn Umstehende sofort:
- den Notruf absetzen,
- mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) beginnen,
- einen AED einsetzen, sobald dieser verfügbar ist.
Diese Maßnahmen bilden gemeinsam die sogenannte Rettungskette. Je schneller sie in Gang gesetzt wird, desto größer sind die Überlebenschancen.
Warum ein AED so wichtig ist
Christian Eriksen trägt seit 2021 einen ICD. Dieses Implantat überwacht seinen Herzrhythmus rund um die Uhr und kann bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen automatisch eingreifen.
Menschen ohne einen solchen Schutz sind bei einem Herzstillstand auf schnelle Hilfe und die Verfügbarkeit eines AED angewiesen. Deshalb gehören AEDs heute zur wichtigen Sicherheitsausstattung von Unternehmen, Sportvereinen, öffentlichen Einrichtungen und Veranstaltungsorten.
ICD und AED – wo liegt der Unterschied?
Seit dem erneuten Vorfall rund um Christian Eriksen fragen sich viele Menschen, worin der Unterschied zwischen einem ICD und einem AED besteht.
Ein ICD (Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) wird operativ eingesetzt und überwacht dauerhaft den Herzrhythmus einer einzelnen Person. Erkennt das Gerät eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung, kann es automatisch eingreifen.
Ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator) hingegen ist ein tragbares Notfallgerät für den Einsatz bei einem plötzlichen Herzstillstand. Es analysiert den Herzrhythmus und führt Ersthelfer Schritt für Schritt durch den Rettungsprozess.
Während Eriksens ICD ihn persönlich schützen konnte, verfügen die meisten Menschen nicht über diese Möglichkeit. Umso wichtiger sind öffentlich zugängliche AEDs an Orten, an denen sich Menschen aufhalten.
Ist Ihre Organisation auf einen Notfall vorbereitet?
Viele Unternehmen und Organisationen investieren intensiv in Brandschutzmaßnahmen. Medizinische Notfälle werden dagegen häufig unterschätzt – obwohl sie jederzeit und überall eintreten können.
Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:
- Ist ein AED vor Ort verfügbar?
- Wissen Mitarbeitende oder Vereinsmitglieder, wo sich das Gerät befindet?
- Gibt es geschulte Ersthelferinnen und Ersthelfer?
- Sind die Abläufe für einen medizinischen Notfall klar definiert?
- Wird der AED regelmäßig geprüft und gewartet?
Ein AED allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, dass Menschen wissen, wie sie im Ernstfall handeln müssen.
Vorbereitung kann Leben retten
Der Vorfall um Christian Eriksen ging glücklicherweise glimpflich aus. Dank seines ICD und der sofortigen medizinischen Betreuung konnte schnell reagiert werden.
Doch die meisten Menschen verfügen nicht über einen implantierten Defibrillator. Deshalb bleibt eine gute Notfallvorsorge unverzichtbar. Ein einsatzbereiter AED, geschulte Ersthelfer und klare Notfallprozesse können im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen.
Man hofft, einen AED niemals einsetzen zu müssen. Sollte es jedoch zu einem Notfall kommen, wird man froh sein, vorbereitet zu sein.